Da ich jetzt nunmehr seit fast sieben Jahren unseren Garten am entwerfen, anlegen und gestalten bin, sind die Arbeiten dieses Jahr weitgehend abgeschlossen. Es wurde also Zeit, meine Abschlußpalme zu pflanzen !

Für mich steht seit ca. 3 Jahren fest, dass es eine Jubaea chilensis ( Honigpalme ) mit deutlich ausgebildetem Stamm werden musste. Als ich dann durch das Net gegoogelt bin, um Preise bei verschiedene Händlern anzufragen, habe ich erst einmal einen derben Rückschlag erlitten. Die Summen waren gigantisch. Nach langem suchen wurde ich jedoch fündig, und konnte mich auf eine Jubaea freuen, genau so wie ich sie mir vorgestellt habe.

Die Informationen und Vermessungen ergaben:

Alter: 35 Jahre

Herkunft: Chile (Republik im Westen Südamerikas)

Transportzeit: ca. vier Wochen mit dem Schiff

Gesamthöhe: ca. 4,00m

Stammhöhe: 1,60m bis 1,70m (manch einer würde sie vielleicht auch mit 1,80m angeben)

Stammumfang: 3,20m

Gewicht: 4,2 Tonnen

Wurzelballen: 1,20m x 1,20m x 1,10m

 

Nach vielen E-Mails, Telefonaten und einigen Autobahnkilometern war es dann so weit. Am 03. März 2008 fing ich mit der Umgestaltung der Terrasse an.

Aushub 1,40m x 1,40m x 1,20m. Problematisch war, dass ich die alte, darunterliegende Betonplatte abbohren mußte um die Jubaea am gewünschten Platz einzupflanzen.

Anlieferung aus Holland am 14.03.2008 um 9.30 Uhr.

Am selben Tag wurde sie um 15.00 Uhr mit einem Kran eingepflanzt. Er mußte die 4,2 Tonnen über 15m in unsere Terrasse heben.

Frei schwebend hängt sie nun über ihrem künftigen Standort.

Fertig gepflanzt warten nun die Restarbeiten darauf erledigt zu werden.

Eine Markierung soll mir bei der Wachstumskontrolle helfen

Jetzt kann sie sich nach der Fertigstellung aller Arbeiten die nächsten ein bis zwei Jahre auf´s Wurzeln konzentrieren. Vielleicht überrascht sie mich ja auch dieses Jahr schon mit dem ein oder anderen Blatt.

Gerade mal zwei Wochen nach dem Einpflanzen hatte sie schon alle Wetterlagen wie Regen, Schnee, Sonne und sogar Hagel durchgemacht.

Das erste brauchbare Sonnenbild vom 27 April ´08

Fast genau drei Monate später am 14.06.2008 konnte ich an meinem markierten Blatt einen Zuwachs von 46 cm feststellen. Auch die inneren Triebe sehen richtig gut aus.

Nachdem ich im Juni den Eindruck hatte, das die Neutriebe etwas braun werden, habe ich direkt reagiert und meine Gießversuche umgestellt. Ich habe ihr nun je nach Wetterlage alle ein bis zwei Wochen ca. 500 Liter Wasser gegeben. Wirklich innerhalb kürzester Zeit konnte man ihr beim Wachsen zusehen. Auf dem Bild sieht man ganz deutlich wie sich die alte Krone senkt und sich die neue Krone entwickelt. Meine Markierungen habe ich dann eingestellt, da ich bis August einen Blattschub von ca. 8 Blättern verzeichnen konnte. Bei der Wuchsgeschwindigkeit sind sicherlich auch mal bis zu 15 Blättern bei einer voll etablierten und gut versorgten Jubaea drin. Mal abwarten !

Meine bisher gewonnenen Erkenntnisse stimmen gar nicht mit den Tips aus den Foren überein. Hier wurde geraten die Pflanze wenig aber regelmäßig zu gießen. Dadurch hatte sich der Zustand der Jubaea allerdings verschlechtert. Meine Überlegung war, die Palme lieber seltener aber mit einer sehr hohen Wassergabe zu gießen. Hierbei ist der Ballen voll durchnässt und sie hat die Möglichkeit sich die Wassermenge zu nehmen die sie wirklich benötigt. Je nach Wetter hat die Erde dann ein bis zwei Wochen Zeit abzutrocknen bevor ich wieder gieße. Im Winter werde ich dann die Wassermenge reduzieren und den Abstand auf zwei bis drei vielleicht auch vier Wochen je nach Wetterlage festlegen.

Bild August 2008

 In der Nacht vom 06.01.2009 auf den 07.01.2009 kam das Disaster. Sehr überraschend hatten wir einen Temperatursturz von minus 5 Grad auf minus 16,9 Grad (an der Hauswand gemessen). Meine große Jubaea hatte ich an den unteren Blättern mit Folie umwickelt und mittig einen Gaslüfter installiert. So konnte ich die Temperaturen im Stammbereich und an den Neutrieben bei ca. - 6 Grad halten. Den kleinen Jubaeas hatte ich lediglich eine Folie übergeworfen. Am nächsten Morgen habe ich die Gerüstbauer anrücken lassen um meine XL einzuhausen. Der Grund hierfür war auch der mittlerweile länger anhaltende Frost, sowie die Prognose keiner Wetterbessserung für die nächsten Tage. Die Einhausung hat eine Grösse von 4,00 x 4,00 x 4,00m. Meine Trachys waren alle im Bodenbereich gemulcht und an den Blättern frei. Bisher sehen sie noch recht gut aus. Ich hoffe, das sie mit kleineren Schäden die Kältewelle wegstecken und gut in den hoffentlich bald kommenden Frühling starten.

 

Ich habe so gehofft, dass mir solch ein Schutz die ersten zwei, drei Jahre erspart bleiben würde. Im vergleich zu 2008 hatten wir einmal in einer Nacht - 9 Grad. Darüber wäre ich auch diesmal wieder sehr glücklich gewesen. Nun ja, das bringt einen mal wieder bischen bei der Wahl seiner Palme auf den Boden der Realität zurück.

Meine große Jubaea hat es mit diesem Winterschutz überstanden. Die vorhandenen Wedel sind alle braun, allerdings in der Mitte treibt sie schön wieder durch. Auch die kleinen haben einen kompletten Blattverlust, treiben allerdings auch wieder durch.

 Wachstum zeigte sich aufgrund der doch erst spät einsetzenden Warmtemperaturen erst im Mai.  Hier viel dann eine große Erleichterung von mir. Denn nachdem die alten Speere geschoben wurden zeigten sich neue, komplett unversehrte Triebe. Somit war mir klar, dass ich 2009 sicherlich keine Schönheit aber zumindest eine lebende Palme auf der Terrasse stehen habe.

Ein Photo der sich regenerierenden Jubaea im Juni 2009.

.....Gesamtansicht 

 Es kam wie es kommen mußte. Auch für das Jahr 2009/ 2010 wurden Extremtemperaturen im zweistelligen Minusbereich anhaltend über mehrere Tage vorausgesagt. Diesen Winter habe ich  nichts dem Zufall überlassen und meine Jubaea (wie auch alle anderen Pflanzen) rechtzeitig darauf vorbereitet.

 Im Boden habe ich sechs Hülsen eingelassen, in die ich dann Dachlatten l=3m reingestellt habe. In der Horizontalen wurden diese dann alle wieder mittels Dachlatten miteinander verbunden. Um das Ganze zu stabilisieren habe ich nochmals kurze Dachlatten zum Stamm hin geschraubt. Somit stand das Gestell absolut stabil. Im oberen Bereich wurden 3 Eisen l=6m gebogen und kreuzweise mit Kabelbindern an den Dachlatten befestigt. Über dieses Dach habe ich dann zwei mal Schlauchfolie gestülpt, oben geschlossen und nach unten gezogen. Vor Frosteinwirkung wurde der Boden und untere Stammbereich mit einem Lichterschlauch und sieben Sack Rindenmulch geschützt. Zusätzlich hatte ich einen Heizlüfter integriert, falls die Temperaturen sehr stark abfallen würden. Gesteuert wurde das Ganze dann mit einem UT 200 ab minus sieben Grad.

Mir war es wichtig, einen funktionalen Schutz mit wenig zu lagernden, sperrigen Materialien und einer absolut kurzen Aufbauzeit zu erstellen. Hierfür habe ich alleine ungefähr 90 Minuten gebraucht. 

Am Wochenende war es dann mal wieder so weit die Jub auszupacken um nachzuschauen was denn der Winter so angerichtet hat. Das Ergebnis mit meinem Minimalschutz war absolut positiv. Es waren keinerlei neu hinzugekommene Schäden festzustellen. Somit hoffe ich dann auf warme Temperaturen, dass sie wieder richtig durchstarten kann und am Ende der Saison wieder super aussieht.

Die braunen Blattspitzen waren noch Altschäden vom vorangegangenen Winter. Kaum zu glauben, dass sie im letzten April/ Mai noch fast komplett braun da stand.

Jetzt heißt es erst einmal wieder warten auf die Sommer/ Herbstbilder und hoffen, dass der Winter jetzt bald aufgibt.

Um die Optik mal wieder einzufangen habe ich ein aktuelles Bild vom Juni eingestellt. Das Wachstum hält sich zwar noch zurück, aber so langsam ist zu bemerken wie sich die Altwedel senken und die neuen nachkommen. Wenn sie in diesem Jahr noch mal fünf bis sechs Blätter schiebt, sieht sie wieder aus als wäre nichts gewesen.

Nach fast zwei Monaten, somit Anfang August ist es mal wieder lohnenswert Bilder der Regeneration zu zeigen. Von unten ist der Fortschritt nicht so deutlich zu sehen. Aber von oben photografiert sieht man, dass sie mittlerweile doch wieder 16 Blätter (insgesamt) hat. Somit ist sie noch nicht die "Alte", zumindest aber auf jedenfall wieder schön anzuschauen. Hier mal ein Bild von oben.

Wenn sich die Wachstumperiode der letzten Jahre wiederspiegelt, was natürlich stark wetterabhängig ist, wird sie vielleicht noch vier Wochen Blätter schieben und dann wieder stoppen. Der Vergleich im Oktober wird dann zeigen, was sich noch getan hat.

Mittlerweile sind wir voll im Winter 2010/ 2011 angekommen. Die Jubaea ist verpackt und wird den Winter hoffentlich auch wieder gut überstehen. In diesem Jahr habe ich den Schutz noch einmal etwas vereinfacht. Es gibt kein Gestänge mehr. Lediglich die Spitze oben wurde etwas verstärkt und mit einer Umzugsdecke im oberen Bereich umwickelt. Ansonsten habe ich von der Beheizung alles so belassen. Hier mal ein Bild nach dem einpacken.

Dieses Jahr ging das Zusammenbinden der Wedel noch recht gut. Ob das mit steigender Blattmasse auch noch so einfach funktioniert wage ich zu bezweifeln. Ältere Wedel werden dann kaum noch zu biegen sein, so dass ich dann eventuell doch wieder auf ein Gerüst umstellen muß. Aber warten wir erst mal ab wie sie im nächsten Frühjahr aussieht.

Jetzt sind wir schon wieder mitten im Mai. Der Sommer kam im April setzt im Moment kurz aus und wird dann hoffentlich wieder mit angenehmen Temperaturen für Mensch und Natur weitermachen. Insofern wird es mal wieder Zeit ein paar Bilder meiner Jubaea einzustellen. Den Winter hat sie mit dem oben vereinfachten Schutz prima überstanden und kam somit schadlos aus dem Winterquartier. Bei den warmen Temperaturen setzte diesmal schon im April Wachstum ein. Sollte es so weitergehen und die Altwedel nicht eintrocknen, könnte es in diesem Jahr wieder ein richtiges Prachtexemplar werden. Auch meine beiden Kleinen haben sich wieder erholt und es besteht die Möglichkeit Ende des Jahres bei ordentlichem Blattzuwachs wieder ansehliche Exemplare zeigen zu können.  Hier mal ein Bild des Istzustandes von meiner XL und den beiden XS Jubaeen:

 

Im August angekommen kann ich nur sagen WOW. Mit einem Blattzuwachs von 8 Blättern in den Jahren 2009 und 2010 konnte ich in diesem Jahr Ende Juni bereits Blatt 9 sehen. Heute am 25.08.2011 sind Blatt zehn sowie die Speere elf und zwölf bereits deutlich sichtbar. Auch wenn sich diese sicherlich nicht mehr voll entwickeln, ist es ein super Ergebnis.

Blatt 9 ist im Hintergrund schon geöffnet. Blatt 10 im Vordergrund ist auch schon dabei sich langsam zu öffnen. Dahinter etwas versteckt, kann man die Speere sehen.

Speere elf und zwölf !

Im Gegensatz zu den anfänglich doch sehr stark nach oben stehenden Wedel beginnen sie sich jetzt erstmalig wirklich zu senken und sich auszubreiten. So sollte eine Fiederpalme aussehen ! Und wenn dann mal die Winterschäden komplett rausgewachsen sind, gibt es wirklich nichts mehr zu meckern. So mein Ziel 2012. Schönwetterbilder zu regenärmeren Zeiten kommen noch.

Da sich mittlerweile doch recht stark die Blattbasen lösen hab ich einfach noch mal ein Bild eingeschoben. Jetzt Ende September hat sie das Wachstum eingestellt und die Vorbereitungen für den Winter laufen.

Nachdem der Winter sich irgendwie nicht richtig einstellen wollte und alle Horrorszenarien in den Langzeitwettermeldungen sich wieder verflüchtigten, kam er dann doch noch. Zwar wollte keiner richtig dran glauben, aber in der 1. Februarwoche war es dann so weit. Mit Tiefsttemperaturen um die -15,5 Grad nachts und tagsüber knapp an die 0 Grad ist das auch dieses Jahr wieder ne echte Hausnummer für uns.

Der UT eingestellt auf -8 Ein und -7 Grad Ausschalttemperatur verrichtet seinen Dienst.

Ich habe mir in diesem Jahr mal die Mühe gemacht und geschaut wie lange und wie oft sich denn hier der Heizlüfter einschaltet. Bei fast -16 Grad Außentemperatur die hier ja wirklich nur nachts vorkommen schaltet er sich ca. zweimal pro Stunde für 7min ein. Hochgerechnet gibt das (24 Stunden x 2 x 7min. / 60min. x 0,50 Cent) 2,80€/ Tag Heizkosten für ein Volumen von ca. 5m³. Da ich ja hier in der Rechnung den Tag komplett einbezogen habe, was eigentlich nicht richtig ist da der Lüfter tagsüber eigentlich gar nicht anspringt, müßte ich um es realistisch darzustellen halbieren. Die Warheit liegt wohl irgendwo  zwischen 1-2 Euro/ Tag. In einem Winter der mit solchen Temperaturen vielleicht an 10 bis 20 Tagen auftritt wären das zwischen 10€ und 40 € / Winter.

.........sieben solcher Schutzbauten zuzüglich 25 weiterer Lichterschläuche an den Trachy´s, Butia´s u.s.w. habe ich !!!

Verratet es aber nicht meiner Frau. Ihr rechne ich es immer so vor, dass ich für alle Schutzbauten und den gesamten Winter mit 1-2 Euro hinkomme. 

Die hohen Stromkosten kommen nur vom waschen, trocknen, föhnen und kochen. Also ihre Schuld !!!

In 2014 hatte ich ein bisher unbekanntes Problem an der Jub. An einer Stelle bildete sich ein Loch. Ich habe das komplett gereinigt, mit Bauschaum gefüllt und mit Baumwachs verschlossen. Ursachen hierfür konnte ich bisher nicht recherschieren. Aber hier mal paar Pics.

 

Wir sind nun im Jahr 2015 und auch dieses Mal scheint der Winter gnädig mit uns zu sein.  Zwar wurde sie komplett geknebelt und verpackt, doch von Nöten war eine bisherige Beheizung nicht.

Mittlerweile haben sich alle Blattbasen gelöst und wo ich finde dass sich die Form langsam verschönert, machen mir die Blätter im Moment etwas Sorgen. Sie scheinen einen Mangel zu haben den ich bisher noch nicht bzw. schwer in den Griff bekomme. Bin mal gespannt wenn die Wachstumsphase im Mai wieder los geht was sie dann so zeigt.

Wir haben zwar immer noch April, aber der Nährstoffmangel scheint wieder behoben zu sein. Die mittleren Speere kommen saftig grün raus. Insofern ist erst einmal Erleichterung und etwas Entspannung angesagt.

 

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