Liebe Besucher,

da sich im Laufe der letzten Jahre meine Einstellung zu Winterschutzbauten geändert hat, habe ich nach einer Lösung hierfür gesucht. Regelmäßige Besucher meiner HP kennen vielleicht noch meine alte Methode mittels Doppelsteegplatten. Diese waren bei größeren Umbauten doch recht schwierig zu stellen und benötigten im Sommer immer einen Platz zur Lagerung. Für dieses Problem habe ich eine Lösung gefunden, welche ich für die nächsten Jahre erst einmal für den Großteil meiner Pflanzen so anwenden werde.

Hier nun mal eine Aufbauanleitung mit meiner frisch ausgepflanzten Chamaerops humilis:

Als erstes habe ich die Pflanze mehrfach mit einer Schnur zusammengebunden, so das keine Blätter mehr irgendwie seitlich raus hängen konnten. Dann habe ich einen Lichterschlauch mit 10m Länge im Bodenbereich verlegt und  nach oben gezogen. Anschließend habe ich noch mal eine Folie (besser wäre Vlies) auf dem Boden über dem Lichterschlauch verlegt um Verunreinigungen der Lava Steine mit dem anschließend aufgebrachten Rindenmulch zu verhindern. Nachdem ich den Rindenmulch dann auf dieser Folie ausgebreitet hatte, wurde die Schlauchfolie drüber und nach unten gezogen um dort am Fußbereich nochmals Rindenmulch zu verteilen. Die Folie bleibt nun so lange unten, bis es kalt wird bzw. die notwendigkeit besteht den Schutz zu schließen.

...Rindenmulch auf der Folienunterlage (besser wäre Vlies) verteilen. 

...Folie nach unten ziehen und nochmals Rindenmulch aufbringen, um die Folie abzudichten.

...bei Bedarf kann die Folie jetzt nur hochgezogen, hochgezogen und geschlossen oder gar beheizt (mittels Lichterschlauch) werden. Was auf der Abbildung fehlt, ist eine Lage Vlies (gibt es auf der Rolle mit unterschiedlichen Breiten) oder eine Umzugsdecke (ca.3 € im Baumarkt was ich benutze), welche um die Wedel herumgewickelt wird. Sie ist wichtig, damit die Wedel nicht unmittelbar an die Folie gelangen, denn hierbei könnte es zu Erfrierungen und somit später sichtbaren Schäden kommen.

Der Vorteil der Decken ist, dass man diese bei Bedarf immer wieder schön trocknen und daher beliebig oft verwenden kann. 

...sollten die Temperaturen so stark in den Keller gehen, dass das nicht ausreichen sollte, kämen diese Maßnahmen zum tragen:

In die vier, vorher eingelassenen Hülsen werden Hölzer in beliebiger Höhe gestellt um nochmals eine größere Schlauchfolie drüberzuziehen. Diese kann dann je nach Bedarf unten abgedichtet oder ebenfalls oben geschlossen werden. In dem verbleibenden Innenraum ist allemal genug Platz für einen Heizlüfter gesteuert mittels Zeitschaltuhr oder einem UT100/ 200. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

...in Phasen wo die Temperaturen eher grenzwertig für die Pflanzen sind, ist es möglich mit einer herkömmlichen Zeitschaltuhr (ca. 3,00€ im Baumarkt) die Temperaturen zu regeln. Zu beachten ist, dass je besser man gegennüber der Außenluft isoliert sich die Heizwirkung dementsprechend verringern muß. Ab einer Außentemperatur unterhalb ca. minus zehn Grad, kann ein Lichterschlauch (ca. 16 Watt/m) durchgängig brennen ohne Schaden an den Pflanzen anzurichten. Ein Heizlüfter (ca. 1000 bis 2000 Watt) mit integriertem Frostwächter würde sich dann irgendwann im Bereich um die fünf Grad plus selbst ausschalten. Besser wären da aber generell temperaturgesteuerte Zusatzgeräte. Zum Beispiel ein UT 100 oder UT200 (bei Conrad ca. 45,00€). Mit diesem kann man sich jegliche Arbeit ersparen, denn hiermit kann man den Einschaltzeitpunkt über die Temperatur auch im Minusbereich regeln und ist somit vor jeglichen Überraschungen sicher. 

Elektrische Geräte sollten natürlich immer trocken stehen und auch nicht beliebig viele an eine Sicherung gehängt werden. Lichterschläuche dürfen sich beim umwickeln nicht berühren und sollten einen Minimumabstand von ca. zehn bis fünfzehn Zentimeter nicht unterschreiten.

Ich hoffe ich konnte bei dem Thema Winterschutz etwas weiterhelfen. Es sollte allerdings noch erwähnt werden, dass dieser von mir gezeigte Schutz in meiner Region funktioniert und nicht dazu gedacht ist, Pflanzen für mehrere Monate darin einzuschließen. Er soll nur über gewisse Temperaturspitzen helfen um das Überleben zu sichern.

In abgewandelter Form wird er auch für meine Jubaea, Trachy, Brahea und viele andere Palmen angewandt.

Mein Motto: Immer den individuellen bedürfnissen entsprechend, für ein Maximum an Minimalschutz.

 

Auf viele, viele milde Winter.
 

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